Lord Robert Baden-Powell

 

* 22. Februar 1857 London
† 8. Januar 1941 Nyeri, Kenia

 Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, 1. Baron Baden-Powell of Gilwell war ein britischer Kavallierie-Offizier und Gründer der Pfadfinderbewegung.

Er engagierte sich für die Jugendgruppe „Boys-Brigade“, die jedoch nicht seinen Vorstellungen entsprach.

In den nächsten Jahren sammelte Baden-Powell nach und nach Ideen für ein eigenes Jugendprogramm. 1906 schickte er einen ersten schriftlichen Entwurf für ein Pfadfinderprogramm an verschiedene Organisationen. Im nächsten Jahr führte er auf Brownsea Island ein Probelager durch, unter anderem mit Mitgliedern der „Boys’ Brigade“. 1908 erschien schließlich das fertige Werk unter dem Titel Scouting for Boys. Der Erfolg war durchschlagend, und bald bildeten Jungen in ganz England selbständige Pfadfindersippen und -trupps. Neben seinen beruflichen Pflichten fiel Baden-Powell damit die Aufgabe zu, die wachsende Pfadfinderbewegung zu koordinieren.

1910 ging B.P. in Pension und folgte Einladungen von Pfadfindern aus aller Welt, bis er 1912 sein Herz an eine 32 Jahre jüngere Frau namens Olave St. Claire Soames verlor. Sie heirateten noch im selben Jahr. Das Paar bekam drei Kinder: 1913 Sohn Peter, die Töchter Heather und Betty 1915 und 1917. Die Organisation der Pfadfinderinnen, die sich „Girl Guides“ nannten, wurde von Olave Baden-Powell übernommen, während sich B.P. weiterhin um die männlichen Pfadfinder kümmerte.

Ab 1910 wurde Baden-Powell mit Ehrendoktoraten verschiedener Universitäten geehrt, ihm wurden hohe Orden aus aller Welt verliehen und er erhielt hohe Pfadfinderauszeichnungen von den nationalen Pfadfinderverbänden

Ein schottischer Geschäftsmann schenkte den Pfadfindern im Jahr 1919 schließlich den Gilwell-Park bei London, wo B.P. ein Ausbildungszentrum für Scoutmaster installierte. Ein Jahr später wurde er beim 1.Welt-Jamboree zum „Chief Scout of the World“ ernannt.

1937 hielt Baden-Powell auf dem 5.Welt-Jamboree in Vogelenzang (Niederlande) seine Abschiedsrede an die Pfadfinder. Im Jahr darauf ließ er sich und seiner Frau ein Wohnhaus in Nyeri (Kenia) bauen, das er Paxtu nannte. Im Oktober 1938 verließ er England endgültig und lebte bis zu seinem Lebensende in Nyeri. Baden-Powell hinterließ allen Pfadfindern einen Abschiedsbrief:

Liebe Pfadfinder!
In dem Theaterstück „Peter Pan“, das Ihr vielleicht kennt, ist der Piratenhäuptling stets dabei, seine Totenrede abzufassen, aus Furcht, er könne, wenn seine Todesstunde käme, dazu keine Zeit mehr finden. Mir geht es ganz ähnlich. Ich liege zwar noch nicht im Sterben, aber der Tag ist nicht mehr fern. Darum möchte ich noch ein Abschiedswort an Euch richten. Denkt daran, daß es meine letzte Botschaft an Euch ist, und beherzt sie wohl.
Mein Leben war glücklich, und ich möchte nur wünschen, daß jeder von Euch ebenso glücklich lebt.
Ich glaube, Gott hat uns in diese Welt gestellt, um darin glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen. Das Glück ist nicht die Folge von Reichtum oder Erfolg im Beruf und noch weniger von Nachsicht gegen sich selbst. Ein wichtiger Schritt zum Glück besteht darin, daß Ihr Euch nützlich erweist und des Lebens froh werdet, wenn Ihr einmal Männer sein werdet.
Das Studium der Natur wird Euch all die Schönheiten und Wunder zeigen, mit denen Gott die Welt ausgestattet hat. Euch zur Freude. Seid zufrieden mit dem, was Euch gegeben ist, und macht davon den bestmöglichen Gebrauch. Trachtet danach, jeder Sache eine gute Seite abzugewinnen.
Das eigentliche Glück aber findet Ihr darin, daß Ihr andere glücklich macht. Versucht, die Welt ein bißchen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt.
Wenn dann Euer Leben zuende geht, mögt Ihr ruhig sterben im Bewußtsein, Eure Zeit nicht vergeudet, sondern immer Euer Bestes getan zu haben.
Seid in diesem Sinn allzeit bereit“, um glücklich zu leben und glücklich zu sterben. – Haltet Euch immer an das Pfadfinderversprechen, auch dann, wenn Ihr keine Knaben mehr seid.
Euer Freund
Baden Powell of Gilwell